Themenwahl für die fupp-App

Nachdem wir Ihnen bereits einiges zu “Apps für Kinder? und der “Planung einer App? berichtet haben, möchten wir nun auf die Themenwahl unserer App genauer eingehen. Dabei spielen natürlich auch die in den beiden Texten zuvor angesprochenen Kriterien eine Rolle.

Da die fupp-App nicht mehr im vollen Kurs “gebaut? wurde, sondern in einem Wahlfach, schränkten uns auch begrenzte Ressourcen bei der Themenauswahl ein. Mit weniger Mitarbeitern und weniger Zeit können auch weniger Themen umgesetzt werden. Da diese Einschränkungen aber äußeren Einflüssen geschuldet sind, werden wir darauf nur bedingt eingehen. Der Schwerpunkt liegt darauf, welche inhaltlichen Kriterien für unsere Themenwahl ausschlaggebend waren:

Hier zuerst in kurzen Schlagwörtern noch einmal die Themen des Hefts (fett markierte kamen in die App):

  • Lebensraum Wald
  • Bionik
  • Giraffensprache
  • Die Nacht durchmachen mit Karamell-Bonbons
  • Satelliten
  • Ägypten
  • Was Blut alles kann
  • Das könnt ihr besser
  • Bogenschießen
  • Flugzeuge basteln
  • So macht man einen Animationsfilm
  • Schokokuss
  • Das weiße Wunder

Lebensraum Wald (in der App)

Für dieses Thema haben wir uns aus mehreren Gründen entschieden : Der verhältnismäßig kurze Text des Beitrags musste für die App nicht angepasst werden. Wir konnten ihn direkt übernehmen. Die Bilder waren auch für die App gut geeignet und konnten, wie im Heft, als bildschirmfüllende Hintergründe verwendet werden. Um die Kinder zum spielerischen Nutzen der App zu animieren, hatten wir den Plan, die Illustrator-Grafik aus dem Heft mit Ton zu untermalen.

Bionik und Giraffensprache (nicht in der App)

Bei beiden Themen war leider nicht genug Bildmaterial vorhanden. Im Magazin funktionieren die Themen sehr gut – auch mit wenigen Bildern. Für die App hätten wir uns aber beim Bionikthema gewünscht, Beispiele zum “Anfassen? zu integrieren. Vorstellbar war, eine Katzenpfote mit ihrer Ledersohle in einer Animation mit einem Autoreifen zu vergleichen. Da wir aber weder zeitliche noch personelle Ressourcen für das Produzieren neuer Inhalte hatten, verzichteten wir auf die beiden Themen.

Die Nacht durchmachen mit Karamellbonbons (in der App)

Im Heft hatten wir das Thema mit vier Kästen und kurzen Texten gestaltet. Ähnlich wollten wir es auch in der App umsetzen. So übernahmen wir die Bebilderung größtenteils aus dem Heft und gestalteten die Texte als animierte Bausteine. Thematisch konzipierten wir, anders als im Heft, für jeden Kasten eine eigene Ansicht. Dadurch wollten wir die vier unterschiedlichen Aspekte deutlicher voneinander absetzen als im Print-Magazin.

Satelliten und Ägypten (nicht in der App)

Bei beiden Themen sprachen nicht nur kreative Kriterien dagegen, sie in die App zu integrieren. Der Beitrag zu europäischen Forschungssatelliten hatte inzwischen an Aktualität verloren und war deshalb für die App nicht mehr relevant. Beim Ägyptenthema waren die hohe Textdichte und fehlende Rechte an den Bildern die Hauptgründe, die gegen die Umsetzung des Themas in der App sprachen.

Blut (in der App)

Für die Umsetzung der Blut-Themenseiten sprachen mehrere Kriterien. Erstens wollten wir das Video stärker integrieren, als das im Heft möglich war. Obwohl das Magazin bereits den crossmedialen Anspruch hatte, gewann das Video innerhalb der App an Bedeutung. Beim Lesen des Magazins hatten die Kinder das Medium wechseln müssen, um das Video schauen zu können. Mit der App wollten wir das Video stärker in den Fokus der Kinder rücken – sie müssten nicht mehr vom analogen ins digitale Medium springen – so der Plan. Die Illustrationen und Informationen blieben dieselben wie im Heft. Allerdings planten wir sie so umzusetzen, dass die Kinder mit ihnen interagieren würden.

Das könnt ihr besser (in der App)

Ähnlich wie beim Thema “Blut? wollten wir hier das Video tiefer integrieren und besser mit den Texten in Verbindung bringen als im Heft. Durch Wischgesten sollten nun die einzelnen Wettkampfdisziplinen zwischen Eltern und Kindern erst betrachtet werden können und anschließend durch eine Infobox erklärt werden. Dazu wollten wir, wie beim Thema “Blut?, das Video in vier Disziplin-Sequenzen aufteilen. Mit wenig Aufwand auf inhaltlicher Ebene könnte das Thema in der Präsentation so gewinnen.

Bogenschießen (in der App)

Anders als die bisherigen Themen der App wollten wir beim Bogenschießen die Bilder in den Vordergrund rücken. Die Fotos waren nicht Teil des Heftes und bisher nur als Galerie in der „Medienwelt“ unseres Blogs zu sehen. Im Magazin diente lediglich eine kleine Auswahl zur Bebilderung des Textes. Für die App sollte das Thema in Form einer Bildergalerie umgesetzt werden. Daher änderten wir den Text so, dass er die Geschichte nun in Form von Bildunterschriften erzählen konnte. Aus einem Fließtext mit wenig Bildern im Heft wurde in der App eine Bildergeschichte mit vielen kleinen Episoden.

Flugzeuge basteln (nicht in der App)

Auf die Bastelanleitung für Papierflugzeuge verzichteten wir in der App trotz des vorhandenen Videos. Anders als bei den bisherigen Themen hätten wir bei diesem Thema nämlich einen Mediensprung provoziert. Die Kinder hätten auf dem digitalen Medium gesehen, wie sie einen analogen Flieger bauen können. Viele der oben genannten Themen profitierten davon, nun auf einer multimedialen Plattform präsentiert zu werden, diesem Thema hätte es geschadet.

So macht man einen Animationsfilm (nicht in der App)
Schokokuss (nicht in der App)
Das weiße Wunder (nicht in der App)

Neben den fehlenden personellen Ressourcen gab es auch bei den restlichen drei Themen weitere Gründe gegen eine Umsetzung in der App. Dem “weißen Wunder“ (Milch) fehlte es an interaktiven Möglichkeiten. Für die Schokoküsse hätten wir uns – ähnlich wie beim Blut – ein Video gewünscht, anhand dessen die Geschichte hätte erzählt werden können. Aber auch an einer größeren Bildauswahl für eine Fotostrecke fehlte es an Material. Für den Animationsfilm hätten wir Bildmaterial nachproduzieren müssen, um die vielen Schritte des Textes passend zu bebildern. Was im Heft gut funktioniert, wäre in der App zu einer Textwüste verkommen und für die Kinder womöglich kaum nachvollziehbar gewesen.

Wie entsteht ein Song? (aus dem Web in die App)

Dieses Thema war bisher nur auf dem Blog zu finden. Weil uns aber für die App besonders die spielerischen Möglichkeiten dieses Themas reizten, haben wir es auch in die App aufgenommen. Für die App wollten wir es in zwei Themenschwerpunkte aufteilen: Auf einer Seite würden die Kinder die Grundprinzipien erfahren, nach denen zum Beispiel Pop-Songs aufgebaut sind. Auf einer zweiten Seite könnten die Kinder dann per Multitouch verschiedene Instrumente zu einem Song-Gerüst zusammenbauen. Es sollte also einerseits einen Theorieteil und andererseits einen Baukasten beziehungsweise eine Spielwiese für die Kinder geben.

Fazit

Viele Themen aus dem Heft hätten es von der inhaltlichen Seite her in die App geschafft, wenn genug Zeit und Arbeitskraft vorhanden gewesen wären, um Texte und Bilder nachzuproduzieren. Für die Umsetzung als App braucht man mehr Bild- und Tonanteile und kann weniger Text am Stück darstellen. Dies mag bei Apps für Erwachsene anders sein. In einer App für Grundschüler waren uns diese Bedingungen jedoch wichtig.

Themen, die sich ohne (viel) zusätzliche Mühen in kleinen Häppchen und mit vielen Bildern erzählen lassen, waren für uns einfacher in die App zu überführen. Dennoch änderte sich bei manchen Geschichten die Art, wie sie erzählt wurden: einfach dadurch, dass sich das Trägermedium geändert hatte und dieselben Inhalte nun anders gewichtet und präsentiert werden mussten.

Grafik: Jonathan Linker

 

Über Pascal Tannich

Pascal leitet die Printredaktion des Fupp-Magazins und gestaltet das Heft als Mitglied im Layout-Team mit. Außerdem hat er für die Zielgruppenanalyse zwei Schulklassen in Stuttgart befragt. Pascal bloggt auch privat. Außerdem zwitschert er als @freilichthirn.

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