Auf den Spuren der alten Ägypter

Ein Thema, das viele Kinder brennend interessiert, ist das weite Feld Geschichte. Sollten wir uns nun mit den Römern oder doch lieber mit Rittern und Burgfräulein befassen? Das Thema, das wir suchten, sollte spannend, interessant und anschaulich sein und den Kindern außerdem einen Blick in eine völlig andere Zeit geben.

Schließlich fiel uns die Tutanchamun-Ausstellung in Frankfurt ein, auf die wir durch einen Flyer aufmerksam wurden. Dort gastiert noch bis zum 24. Juni 2012 die Ausstellung “Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze? im HÖRZU WISSEN FORUM. Warum waren wir nicht gleich auf die Idee gekommen? Die Ägypter mit ihren Pharaonen und Pyramiden ziehen doch seit jeher Kinder und auch viele Erwachsene in ihren Bann. Und der sogenannte Fluch der Mumie wurde schon in einigen Filmen und Bücher aufgegriffen.

Zwei der insgesamt drei Särge von Tutanchamun. Die drei Särge lagen ineinander.

Plötzlich war Ägypten direkt vor unserer Haustür. Die Geheimnisse rund um Tutanchamun und das alte Ägypten verbargen sich mitten in Frankfurt.
Zuerst erhielten wir im ersten Raum des Museums einen Überblick über Ägypten, die Pyramiden und die verschiedenen Dynastien mithilfe anschaulicher Tafeln. So lernte man auch den Mann näher kennen, der diese Ausstellung überhaupt erst möglich gemacht hatte: Howard Carter, der Entdecker der Schatzkammer von Tutanchamun.

Nun ging es in ein Kino, in dem der Besucher in die Zeit des Kinderpharaos versetzt wurde und einen Eindruck bekam, wie die Pharaonen damals lebten. So erfuhren wir, dass es auch in Ägypten schon so etwas ähnliches wie Boulevardzeitungen gegeben hat. Gut, sie waren in Stein gemeißelt, aber schon damals schien sich das Volk für das Leben der royalen Familie zu interessieren.
Dann begleiteten wir den britischen Ägyptologen Howard Carter im Film auf seiner Suche nach dem Grab des Tutanchamun.

Es war eine sehr nervenaufreibende Grabung, die beinahe gescheitert wäre. Die Suche war teuer und anfangs ergebnislos. Das ganze Tal der Könige wurde durchsucht, aber sie fanden nichts. Doch nach monatelangen Anstrengungen fanden sie es endlich, das Grab des Tutanchamun. Als Howard Carter schließlich vor der Grabkammer stand und das Siegel mit Hammer und Meißel vorsichtig aufbrach, fieberte man im Film richtig mit. Was würde Carter wohl hinter der steinernen Wand entdecken? Gerade als er mit einer Kerze die dunkle Kammer erleuchtete, endete der Film.  Der Zuschauer wurde jetzt  in den Ausstellungsraum geführt, in dem man direkt vor der golden glitzernden Grabkammer stand. Sie war detailgetreu nachgebaut worden, so dass man sie genau so vorfand, wie Carter vor ungefähr 90 Jahren. Es kam uns vor, als wären wir live dabei gewesen.

Nachdem wir einen Eindruck davon bekommen hatten, wie die Entdeckung der Grabkammer damals abgelaufen sein musste, konnten wir uns anschließend die dort gefunden Schätze selbst ansehen. Ein atemberaubendes Erlebnis, denn alles glänzte und glitzerte wie echtes Gold, so dass man beinahe vergaß, dass es sich hier nur um Repliken handelte. Mithilfe der Infotafeln an den Wänden konnten wir unser Wissen über die verschiedenen Lebensbereiche Ägyptens zu vertiefen.  So erfuhren wir zum Beispiel etwas über die Technik der Mumifizierung oder auch die Hieroglyphen. Und dank dem Audioguide, einem Art Museumsführer fürs Ohr, erhielten wir wichtige Infos über die einzelnen Grabbeigaben.

Die berühmte Totenmaske von Tutanchamun. Das Original besteht aus purem Gold und wiegt etwa elf Kilogramm

Neben den riesigen nachgebauten Grabkammern und den vier Sarkophagen fiel uns natürlich sofort die legendäre Totenmaske des Tutanchamun ins Auge.  Die goldene Maske stand hinter den Särgen mitten im  Raum. So konnte man sie von allen Seiten bestaunen.

Am Ende der Ausstellung sahen wir noch einmal Dinge aus dem alltäglichen Leben des Pharaos: Streitwagen, Schuhe, Götterfiguren, die Machtinsignien des Königs, den Thron. Diese Ausstellung nimmt die Besucher tatsächlich mit auf eine Reise in eine andere Zeit. So hatten wir in keinem Moment das Gefühl in einem Museum zu sein. Wir kamen uns vor, als seien wir ein Mitglied der Gruppe von Howard Carter, die die Entdeckung des Jahrhunderts machte.

Als wir aus der Ausstellung kamen, waren wir beide überrascht, wie authentisch alles war. Wir hatten zwar schon viel von dieser Ausstellung gehört, aber dass es wirklich so real wirkt, hätten wir nie gedacht.

Text von Angie Trems und Anja Beseler | Fotos: Anja Beseler

Über Angie Trems

Angie kommt aus dem Saarland und studiert an der Hochschule Darmstadt Online-Journalismus. Sie interessiert sich für Politik, Kultur und Geschichte. Sie hat schon an verschiedenen studentischen Projekten mitgearbeitet wie DLF50 und Demokratie21+.

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