Eine App für Kinder

Die Arbeit am Kindermagazin „Fupp“ hat uns große Freude bereitet. Auch das Feedback, das wir von vielen Kindern, Eltern und Lehrern bekommen haben, war durchweg positiv. Deshalb haben wir beschlossen, das Projekt „Fupp“ weiterzuführen. Allerdings nicht mehr für alle Studenten unseres Jahrganges, sondern nur auf freiwilliger Basis in Form eines Wahlpflichtfaches. So ist unsere Redaktion von 25 auf 5 Personen geschrumpft. Außerdem haben wir beschlossen, das Medium zu wechseln. Aus dem Printmagazin sollte eine App für Kinder werden.

Diese App war für uns in zweifacher Hinsicht eine Herausforderung. Zum einen hatte keiner von uns Erfahrungen im Programmieren von Apps. Dieses Gebiet war also technisch gesehen Neuland. Zum anderen gibt es zwar mittlerweile Studien, wie viele Kinder die Tablet-PCs ihrer Eltern nutzen. Über die Art, wie sie es nutzen, gibt es bis jetzt jedoch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Unsere technischen Defizite sind dank Experten, wie unserem Dozenten Herrn Görlach, eine Klippe, die leicht zu umschiffen war.Zudem konnten wir uns Dank des Layout-Programms InDesign und der Digital Publishing Suite auf die Gestaltung konzentrieren und mussten die App nicht über HTML5-Befehle programmieren.

Viel schwieriger war es, die App so kindgerecht wie möglich zu gestalten. Hier mussten wir uns auf unsere Intuition verlassen. Für Studien und Tests, wie der Copy-Test für das gedruckte Magazin, fehlte uns dieses Mal die Zeit. Klar war jedoch eines: Die Fupp-App muss sich von einer App für Erwachsene vor allem in drei Punkten deutlich unterscheiden:

1.   Textlänge

Selbst Erwachsene zeigen am Bildschirm ein anderes Leseverhalten als bei Printprodukten. Lange Texte am PC oder auf einem Tablet PC zu lesen ist für unsere Augen anstrengend. Texte für diese Geräte sollten deshalb kürzer sein. Kinder haben zusätzlich eine andere Aufmerksamkeitsspanne als Erwachsene. Deshalb sollten die Texte für die Fupp App deutlich kürzer sein. Außerdem sollte auch die Schrift größer sein. 

2.   Einsatz von Multimedia

Erwachsenen scheint es nichts auszumachen, eine App herunterzuladen, in der sie nur blättern und Texte lesen können, von Spiele-Apps abgesehen. Eine App bietet aber viel mehr Möglichkeiten, die gerade für Kinder ideal sind. Eine Geschichte kann anhand einer Bilderstrecke anschaulich erzählt werden. Videos und Soundelemente können direkt im oder neben dem Text eingebunden werden. Dadurch wird die App „lebendiger“ und für Kinder interessanter.

3.   Anteil der spielerischen Elemente

Wir Erwachsene möchten möglichst schnell zum Ziel kommen. Bei journalistischen Angeboten möchten wir direkt zu dem gewünschten Text beziehungsweise zur benötigten Information gelangen. Verschlungene Wege oder spielerische Elemente sind eher unerwünscht. Doch gerade Kinder lieben es, auf den Tablet PCs herumzuwischen und auf den Bildschirm zu drücken. Eine App für Kinder sollte deshalb viel mit diesen spielerischen Elementen arbeiten – so unsere Überlegung. Indem wir Texte auf mehrere Seiten aufteilen, geben wir den Kindern die Möglichkeit, sich durch die einzelnen Themen durchzuwischen. Außerdem wollen wir Textkästen einbauen, die aufpoppen, wenn man über die Überschrift fährt.

Nachdem wir diese Kriterien festgelegt haben, ging es an die Themenauswahl und Konzeption der App. Wie wir dabei vorgegangen sind, werden wir auf diesem Blog in unserer “App-Reihe? für Sie dokumentieren. Leider haben wir es aus Zeit und Geldmangel nicht geschafft, die App zu veröffentlichen. Trotzdem wollten wir die Chance nutzen und uns der Herausforderung „App für Kinder“ stellen.

Bild: fuppMagazin Redaktion, Larissa Ditzel

, , , , ,

Trackbacks/Pingbacks

  1. Kein Kinderspiel: In der Konzeption einer App steckt Handwerk | Journalismus für Kinder - 14. Februar 2013

    […] Eine App für Kinder – Teil 1 der App-Artikel-Serie […]

  2. Themenwahl für die fupp-App | Journalismus für Kinder - 15. Februar 2013

    […] Eine App für Kinder – Teil 1 der App-Artikel-Serie […]

  3. Kindgerechte Navigation durch die App | Journalismus für Kinder - 16. Februar 2013

    […] Eine App für Kinder – Teil 1 der App-Artikel-Serie […]

  4. So sieht die fuppApp aus | Journalismus für Kinder - 20. Februar 2013

    […] Eine App für Kinder – Teil 1 der App-Artikel-Serie […]