Kinder wollen einen Küchenzuruf

Bei der Aufbereitung von Themen gibt es noch eine Menge zu lernen. Bereits ab einem Alter von sechs Jahren interessieren sich Jungen und Mädchen zum Teil für unterschiedliche Themen. So bewusst haben wir uns das vor diesem Projekt noch nicht gemacht. Lieber zu wenige Informationen und die Unterhaltung nicht vergessen. Das leuchtet uns dagegen sofort ein. Dasselbe gilt für den Hinweis, Aussagen für unsere jungen Leser stets in einen größeren Kontext einordnen zu müssen.  Eine Erleichterung folgt für uns dagegen im Bezug auf die journalistischen Textformen. Wir sollen uns nicht davor scheuen, alle zu verwenden, die wir bereits im Studium gelernt haben. Reportagen und Berichte sind also genauso gern gesehen wie Kommentare. Vorausgesetzt, man grenzt sie klar voneinander ab.

Mut zur crossmedialen Aufbereitung

Gerade für uns als Online-Journalismus-Studenten stellt sich natürlich auch die Frage, inwieweit man Themen für Kinder crossmedial aufbereiten soll. Autorin Kathrin Kommerell vertritt dazu in ihrem Buch “Journalismus für junge Leser? eine geteilte Meinung. Zwar sieht sie die Möglichkeit, Themen durch verschiedene Medien vielfältig aufzubereiten. Andererseits warnt sie davor, dass Kinder weniger an eine mediale Marke gebunden und ihre technische Kompetenz schwer einzuschätzen sei. Das Buch von Kommerell ist aber bereits im Jahr 2008 erschienen. Unserer Meinung nach hat sich die Erfahrung von Kindern im Umgang mit Technik seither vergrößert. In der Diskussion mit der Gruppe hielten wir deshalb fest, für unser geplantes Print-Magazin mit begleitendem Blog QR-Codes und Direktlinks zu verwenden. Sie führen vom Heft direkt auf unsere Seite und liefern dort Videos, Fotos und weitere Artikel.

Bei der Lektüre begegnete uns noch einmal der in journalistischen Handbüchern häufig zitierte Küchenzuruf. Wenn der Leser meinen Artikel in wenigen Sätzen zusammenfassen kann, dann ist der Küchenzuruf des Artikels gelungen. Gerade diesen Anspruch sollte man im Kinderjournalismus beherzigen. Junge Leser sind schließlich noch weniger gewillt, einen unklar formulierten Text bis zum Ende zu lesen. Sie verlangen noch mehr als Erwachsene, dass man schnell auf den Punkt kommt und einordnet, worum es in dem Beitrag geht.

Witzig sein – aber wie?

Wer witzig für Kinder schreiben will, kann erstaunlich viele Fehler machen. Glücklicherweise nennt Kommerell die wichtigsten Fallstricke, die es zu umgehen gilt. Zum Beispiel, dass ein Kind das nötige Vorwissen braucht, um die Pointe eines Witzes überhaupt verstehen zu können. Und dass Ironie erst ab einem Alter von zwölf Jahren verstanden wird. Das ist wichtig zu wissen, denn unsere Zielgruppe sollen Dritt- und Viertklässler sein. Auch eine optische Abgrenzung vom “ernstzunehmenden? Inhalt ist entscheidend, um Missverständnisse zu vermeiden. Auf altersspezifische Witze sollte man verzichten. Dabei besteht nämlich die Gefahr, als der merkwürdige Alte dazustehen. Zu guter Letzt gibt uns Kommerell noch einen Hinweis mit auf den Weg, der eigentlich selbstverständlich ist. Kinder lachen auch, wenn es von uns Erwachsenen einmal gar nicht witzig gemeint war. Und das ist doch auch gut so!

Artikelbild: Martin Krauß

Über Natascha Krämer

Natascha wohnt in Mainz und studiert an der Hochschule Darmstadt Online-Journalismus. Neben dem Studium schreibt sie Artikel für zwei Zeitungen.

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