App-Produktion mit Adobe InDesign

Der Ablauf der Produktion für digitale Inhalte auf Google Android- oder Apple iOS-Geräten ist grundsätzlich nicht anders als bei der Produktion konventioneller Veröffentlichungen mittels Adobe InDesign: Alle Inhalte werden in InDesign erstellt und in einem Dokument zusammengestellt. Die Digital Publishing Suite (DPS) wird lediglich als Erweiterung installiert und bietet nach der Einrichtung eines zwingenden Adobe-Kundenkontos den Export des Dokuments in eine App an.

Je nach Zielgerät der App sind die vielen unterschiedlichen Bildschirmauflösungen der heute verfügbaren Geräte von Smartphone bis großformatigem Tablet zu beachten. Weil Pixeldichte und Bildschirmdiagonale ständig weiter entwickelt werden und zusätzliche Zwischenformate entstehen, kann zu keinem Zeitpunkt eine dauerhaft verlässliche maximale Ausgabegröße für eine App genannt werden.

Als Basis für die Produktion einer App kann dennoch die aktuelle Maximalauflösung der gewünschten Geräteklasse angenommen werden. Google stellt hierzu Entwicklern von Android-Apps eine Übersicht zur Verfügung und erläutert den Umgang mit unterschiedlichen Auflösungen auch ausführlicher in einem eigenen Artikel.

Liste häufiger Auflösungen von Smartphones und Tablets, Grafik von Google via http://developer.android.com/guide/practices/screens_support.html

 

Die Adobe DPS besteht im Kern aus zwei Tools: Der Overlay Creator bietet eine Palette von Tools für das Erstellen interaktiver Inhalte und verschiedener Animationen. Folio Builder verarbeitet das fertige Dokument dann zu einer App. Die Tools orientieren sich am alltäglichen Bedarf von Verlagen und das merkt man der DPS auch an.

Beschränkte Kreativität

Wie man an der Palette des Overlay Creator schon sehen kann, sind die Möglichkeiten der Adobe DPS beschränkt. Zwar bietet die Suite weitgehend selbsterklärende Tools für eine effiziente Konvertierung klassischer Print-Dokumente hin in eine App und ermöglicht damit die schnelle Produktion zusätzlicher digitaler Ausspielkanäle. Auf der anderen Seite ist der Funktionsumfang so nah entlang klassischer Medien gestrickt, dass Kreativität bei der App-Produktion vor allem auch darin besteht, mittels der dürftigen Ausstattung des Overlay Creator trotzdem überraschende Ergebnisse zu erzielen.

Kann nur das Wichtigste: Der Adobe Overlay Creator

 

In der Praxis bietet so die „Diashow“ zum Beispiel auch eine Krücke für weit mehr Funktionen als die einer klassischen Diashow: Sämtliche Animationen in unserer App bestehen aus Bildersequenzen, die mittels „Diashow“ wiedergegeben werden.

fuppApp - Hauptmenü

Das Hauptmenü unserer fuppApp

Gerade im Hinblick auf die potenziellen Möglichkeiten digitaler Entwicklungen enttäuscht die Adobe DPS all diejenigen, die abstrahieren wollen von klassischen Layouts und sich an experimentellen Bedienkonzepten versuchen möchten. So hatten wir vorab für die App-Ausgabe unseres fuppMagazins eine Startseite geplant, auf der verschiedene Symbole in einer netten grafischen Umgebung unsere kleinen Leser begrüßt hätten. Dort sollten sich unsere Leser frei umsehen können, ein Inhaltsverzeichnis zum Entdecken also.

Wir hielten das für kindgerecht oder wenigstens spannend für Kinder, der starre Funktionsaufbau, auch beim Layout von digitalen Inhalten, hat uns hier leider gebremst und wir haben uns entsprechend der Logik des Folio Builders für einen strikt vertikal beziehungsweise horizontal ausgerichteten Bildlauf entscheiden müssen.

Weitere Informationen und genaue Arbeitsanleitungen zur Adobe DPS finden Sie direkt bei Adobe.

Grafiken und Screenshots: Jonathan Linker;  fupp: Larissa Ditzel

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